Weltgesundheitstag: 10 Jahre Gynäkologische Sprechstunde für Frauen ohne Krankenversicherung

Dr. Andrea Dekorsy arbeitet seit 2015 als Frauenärztin in der MMM und hat die Sprechstunde für Frauenheilkunde mit aufgebaut. Copyright: Christian Vierfuss, Malteser

Seit ihrer Gründung im Jahr 2015 wurde in der Sprechstunde für Frauenheilkunde 1247 Mal behandelt, insgesamt wurden 604 Schwangere (Stand 2024) betreut. Allein 2024 wurden insgesamt 197 Behandlungen in der gynäkologischen Sprechstunde durchgeführt, die Anzahl der neuen Schwangeren stieg auf 55 Frauen.

„Wir sind stolz darauf, dass wir in den letzten zehn Jahren so vielen Frauen helfen konnten“, so Regine Martis-Cisic, Referentin für die ehrenamtlichen Sozialen Dienste des Malteser Hilfsdienst e.V. in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Unsere Arbeit ist wichtiger denn je, da die Anzahl der Patientinnen und Patienten kontinuierlich steigt.“

Dr. Andrea Dekorsy – Frauenärztin im Team seit 2015

In der Gynäkologischen Sprechstunde der MMM erhalten schwangere Frauen alle medizinischen Informationen und Behandlungen, die sie für die Schwangerschaft, die Entbindung und die Nachsorge benötigen. Dr. Andrea Dekorsy ist seit der ersten Stunde dabei und hat die Sprechstunde für Frauenheilkunde mit aufgebaut. Alle zwei Wochen dienstags findet die Sprechstunde statt. Sie teilt sich die Dienste mit einer weiteren Kollegin. In der Sprechstunde erhalten die Schwangeren Vorsorgeuntersuchungen, einschließlich Untersuchungen wie Urintest, Ultraschall und Laboruntersuchungen. Auch die Nachsorgeuntersuchungen nach der Schwangerschaft und gynäkologische Behandlungen können durchgeführt werden. „Ich habe die Arbeit hier begonnen, als 2015 viele geflüchtete Menschen nach Deutschland kamen“, erzählt die Frauenärztin. „Das Problem, dass viele Frauen medizinische Hilfe benötigten, war da und ich dachte: Hier kann ich mich einbringen - mach was. Ich finde die Arbeit nach wie vor sehr wichtig und sinnstiftend.“

Enge Zusammenarbeit mit medizinischen und sozialen Einrichtungen

Das Praxisorganisationsteam arbeitet eng mit Schwangerschaftsberatungsstellen zusammen und hilft den Frauen bei sozialen Themen wie Unterbringung, Versicherung und Vaterschaftsanerkennung. Neben der medizinischen Versorgung wird die Sprechstunde dank der Förderung des Landes Baden-Württemberg auch bald wieder eine Clearingberatungsstelle anbieten. Bereits 52 Personen wurden durch das Clearing 2024 beraten, dabei konnten 30 Erfolge verzeichnet werden.

„Unsere bisherige Erfahrung zeigt, dass die Gynäkologische Sprechstunde auch weiterhin notwendig sein wird“, fügt Regine Martis-Cisic hinzu. „Solange eine andere Stelle die Versorgung von Schwangeren ohne Krankenversicherung nicht übernimmt, wird unser Dienst auch weiter wichtig bleiben. Wir sind jedoch froh, dass die MMM neben der Unterstützung durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart auch von der Stadt Stuttgart mit 50.000 Euro jährlich gefördert wird.“

Für die Patientinnen und Patienten ist der Besuch der MMM kostenlos. Die medizinischen Geräte, die Ausstattung und die Koordination des Dienstes finanzieren sich neben der städtischen und kirchlichen Förderung vor allem aus Spenden. 

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